Die perfekte Manuskriptseite
Die Normseite erklärt – inklusive kostenloser Word-Vorlage
Ganz gleich, ob du dein Manuskript einem Verlag, einer Literaturagentur oder einem Lektorat anvertrauen möchtest – die Normseite gehört zu den wichtigsten Standards der Buchbranche. Hier erfährst du, was sie ausmacht, wie sie funktioniert und wie du dein Manuskript mit wenigen Klicks ins richtige Format bringst.
Was ist eine Normseite?
Eine Normseite ist das Standardformat für Manuskripte im deutschsprachigen Verlagswesen. Sie sorgt dafür, dass Verlage, Lektorinnen und Agenturen den Umfang eines Textes schnell und verlässlich einschätzen können — unabhängig von Schriftgröße oder Zeilenhöhe.
»Eine Normseite ist kein starres Regelkorsett – sie ist ein gemeinsames Maß, das Vertrauen schafft zwischen Autorin und Verlag.«
Die Einstellungen der Vorlage
Die Vorlage ist bereits vollständig nach Normseiten-Standard eingerichtet. Du musst nichts manuell anpassen. Hier siehst du, was unter der Haube steckt:
| Einstellung | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Schriftart | Courier New, 12 pt | Gleichbreite Schrift → genau 60 Zeichen pro Zeile |
| Zeilenabstand | Doppelt (2,0) | Genau 30 Zeilen pro Seite |
| Seitenränder | Links 3,5 cm, rechts 3,5 cm, oben/unten 2,5 cm | Normseiten-Standard für Korrekturen |
| Papierformat | A4 (210 × 297 mm) | Internationaler Standard |
| Absatzeinzug | 1,25 cm (erster Zeile) | Absätze erkennbar ohne Leerzeile |
| Absatzabstand | 0 pt vor und nach | Keine extra Leerzeilen zwischen Absätzen |
| Ausrichtung | Linksbündig (nicht Blocksatz) | Lektorat-Konvention |
Verändere keine dieser Grundeinstellungen. Sobald du Schrift, Zeilenabstand oder Ränder änderst, stimmt die Zeichenzahl pro Seite nicht mehr — und die Normseite ist keine Normseite mehr.
Vorlage öffnen und starten
Folge diesen Schritten, um sicher mit der Vorlage zu arbeiten. Ganz gleich, ob du ein neues Manuskript beginnst oder einen bestehenden Text übernimmst.
Lade die Datei Manuskript_Normseite_Word.docx auf deinen Computer herunter. Speichere sie an einem Ort, den du leicht wiederfindest – zum Beispiel in einem Ordner namens Vorlagen.
Öffne die Originaldatei niemals direkt zum Schreiben. Mache zuerst eine Kopie der Datei und benenne sie nach deinem Projekt, z. B. Manuskript_MeinRoman_Kap1.docx. So bleibt die saubere Vorlage erhalten.
Du kannst die Datei einmalig als Word-Vorlage (.dotx) speichern – dann öffnet Word automatisch immer eine frische Kopie. Wie das geht, erklärt Abschnitt 04.
Wenn Word beim Öffnen eine gelbe Leiste mit „Geschützte Ansicht" anzeigt, klicke auf Bearbeitung aktivieren. Danach kannst du normal schreiben.
Die Vorlage enthält Beispieltext als Platzhalter. Markiere alles mit Strg + A und lösche es – oder ersetze es direkt durch deinen eigenen Text. Achte darauf, dass du dabei die Formatierungen nicht mitnimmst: Am besten löschst du den Mustertext und tippst deinen Text neu ein, anstatt ihn einzufügen.
Wenn du Text aus einem anderen Programm (z. B. Google Docs, Scrivener oder einer anderen Word-Datei) einfügst, nimmt Word oft fremde Formatierungen mit. Nutze immer Strg + Umschalt + V oder wähle im Menü „Inhalte einfügen → Nur Text", um sauber einzufügen.
Als Word-Vorlage speichern
Der komfortabelste Weg, mit der Normseiten-Vorlage zu arbeiten: Du speicherst die Datei einmalig als echte Word-Vorlage im Format .dotx. Von da an öffnet Word bei jedem Doppelklick automatisch ein frisches, unberührtes Dokument – du kannst nie aus Versehen das Original überschreiben.
Öffne die heruntergeladene Datei Manuskript_Normseite_Word.docx in Word. Falls die gelbe Leiste „Geschützte Ansicht" erscheint, klicke zuerst auf Bearbeitung aktivieren.
Klicke oben links auf Datei und dann auf Speichern unter. Alternativ funktioniert auch die Taste F12, die direkt den Speichern-unter-Dialog öffnet.
Im Speichern-Dialog findest du ein Auswahlmenü für den Dateityp – es steht zunächst auf Word-Dokument (*.docx). Klappe das Menü auf und wähle stattdessen Word-Vorlage (*.dotx).
Word springt beim Wählen von „Vorlage" automatisch in den Ordner Benutzerdefinierte Office-Vorlagen, der sich im Dokumente-Ordner befindet. Du kannst die Datei dort belassen – von dort aus ist sie später auch über Datei → Neu → Persönlich direkt erreichbar.
Gib der Vorlagendatei einen eindeutigen Namen, z. B. Normseite_SchreibAtelier. Klicke dann auf Speichern. Die Datei wird nun als .dotx gespeichert.
Von nun an hast du zwei Möglichkeiten, ein neues Manuskript zu starten:
Variante A – Doppelklick: Navigiere im Windows-Explorer zur .dotx-Datei und doppelklicke sie. Word öffnet automatisch ein neues, unbenanntes Dokument auf Basis der Vorlage – das Original bleibt unverändert.
Variante B – Über Word: Öffne Word, klicke auf Datei → Neu → Persönlich. Dort erscheint deine gespeicherte Vorlage als Kachel. Ein Klick darauf öffnet ebenfalls ein frisches Dokument.
Wenn du die Vorlage selbst ändern möchtest – zum Beispiel um deinen Namen im Kopfbereich zu ergänzen –, öffne die .dotx-Datei nicht per Doppelklick, sondern über Datei → Öffnen. Nur so bearbeitest du die Vorlage selbst, anstatt ein neues Dokument daraus zu erstellen.
Absatzformate richtig anwenden
Die Vorlage enthält zwei vordefinierte Absatzformate, die du im Formatvorlagenbereich von Word findest. Diese übernehmen die gesamte Formatierung automatisch – du musst nichts von Hand einstellen.
| Format | Wofür | Wann einsetzen |
|---|---|---|
| Kapitelüberschrift | Kapitel 1, Kapitel 2, Prolog, Epilog … | Zu Beginn jedes neuen Kapitels. Das Format sorgt für den richtigen Abstand und die korrekte Schriftgröße. |
| Fließtext | Der gesamte Romantext | Für jeden Absatz deines Manuskripts. Einzug, Zeilenabstand und Schrift sind bereits eingestellt. |
Klicke im Word-Menü oben auf den Reiter Start. Im Bereich „Formatvorlagen" siehst du eine Leiste mit verschiedenen Stilen. Dort erscheinen auch deine beiden Vorlagen: Kapitelüberschrift und Fließtext.
Du musst nichts markieren. Klicke einfach irgendwo in den Absatz, den du formatieren möchtest. Word formatiert immer den gesamten Absatz, in dem der Cursor gerade steht.
Klicke auf das gewünschte Format in der Leiste. Der Absatz übernimmt sofort alle Einstellungen. Prüfe anschließend kurz, ob Einzug und Zeilenabstand stimmen.
Öffne den vollständigen Formatvorlagen-Bereich über den kleinen Pfeil rechts unten in der Formatvorlagen-Leiste (oder drücke Alt + Strg + Umschalt + S). So hast du alle Formate immer im Blick, während du schreibst.
Der erste Absatz nach einer Kapitelüberschrift bekommt in der Regel keinen Einzug. Das ist typografische Konvention. Wenn deine Vorlage das noch nicht automatisch berücksichtigt, entferne den Einzug beim ersten Absatz jedes Kapitels manuell – das ist die einzige erlaubte manuelle Anpassung am Fließtext.
Das Deckblatt
Das Deckblatt ist die Visitenkarte deines Manuskripts. Es ist das Erste, was eine Lektorin oder ein Agent sieht – und es signalisiert, ob du die Konventionen des Verlagsbetriebs kennst. Ein korrektes Deckblatt gehört zu jedem Manuskript, das du einreichst.
| Element | Position | Hinweis |
|---|---|---|
| Dein Name | Oben links | Vor- und Nachname, ggf. Pseudonym in Klammern dahinter |
| Adresse & Kontakt | Oben links, unter dem Namen | Straße, PLZ, Ort, E-Mail-Adresse, Telefon optional |
| Romantitel | Mitte der Seite, zentriert | Groß und deutlich – das ist der Blickfang |
| Untertitel | Unter dem Titel, zentriert | Nur wenn vorhanden – kein Pflichtfeld |
| Genre | Unter dem Titel | Z. B. „Historischer Roman", „Romantasy", „Thriller" |
| Normseiten-Zahl | Unter dem Genre | Z. B. „ca. 320 Normseiten" – immer gerundet angeben |
| Datum / Version | Unten rechts oder links | Optional, aber bei mehreren Einreichungsrunden hilfreich |
Das Deckblatt zählt nicht zur Normseiten-Anzahl und bekommt keine Seitenzahl. Die Seitennummerierung beginnt erst auf der ersten Textseite – üblicherweise mit Seite 1 oder dem Prolog bzw. Kapitel 1.
Manche Verlage und Agenturen haben eigene Deckblatt-Vorgaben. Prüfe immer zuerst die Einreichungsrichtlinien. Gibt es keine spezifischen Angaben, ist das hier beschriebene Format der sichere Standard.
Typografische Grundregeln
Auch ein korrekt formatiertes Manuskript kann typografische Fehler enthalten, die im Lektorat sofort auffallen. Diese Regeln betreffen nicht das Layout, sondern die Zeichen selbst – und Word macht einige davon automatisch falsch.
| Zeichen | Richtig | Falsch | In Word eingeben |
|---|---|---|---|
| Anführungszeichen | „Hallo, Welt." | "Hallo, Welt." | Word korrigiert automatisch – prüfe die Autokorrektur-Einstellungen auf deutsche Anführungszeichen |
| Gedankenstrich | Er zögerte – dann sprach er. | Er zögerte - dann sprach er. | Word wandelt automatisch um, wenn du Leerzeichen–Bindestrich–Leerzeichen tippst. Alternativ: Alt + 0150 (Windows) bzw. ⌥ + - (Mac) |
| Auslassungspunkte | Sie wartete… | Sie wartete... | Ein einzelnes Zeichen: Alt + 0133 (Windows) bzw. ⌥ + . (Mac). Word wandelt drei Punkte oft automatisch um. |
| Leerzeichen vor Satzzeichen | Er kam, sie sah ihn. | Er kam , sie sah ihn . | Kein Leerzeichen vor Komma, Punkt, Ausrufe- oder Fragezeichen. Nur nach dem Satzzeichen folgt ein Leerzeichen. |
| Leerzeichen im Gedankenstrich | Er sagte – leise –, dass … | Er sagte–leise–, dass … | Vor und nach dem Gedankenstrich steht je ein einfaches Leerzeichen. |
| Apostroph | Das ist Marias Buch. | Das ist Maria's Buch. | Im Deutschen steht kein Apostroph beim Genitiv. Nur bei Auslassungen: »'s war einmal«. |
Word korrigiert manche Zeichen automatisch – aber nicht immer richtig. Prüfe unter Datei → Optionen → Dokumentprüfung → AutoKorrektur-Optionen, ob die deutschen Anführungszeichen eingestellt sind. Besonders beim Einfügen von Text aus anderen Programmen schleichen sich oft gerade Anführungszeichen ein.
Nutze am Ende Strg + H (Windows) bzw. ⌘ + H (Mac), um das gesamte Manuskript auf falsche Zeichen zu prüfen. Suche z. B. nach dem einfachen Bindestrich zwischen Leerzeichen ( - ) und ersetze ihn durch den Gedankenstrich ( – ). Ebenso nach geraden Anführungszeichen (") suchen und durch typografische ersetzen.
Szenentrenner richtig setzen
Innerhalb eines Kapitels kann ein Schauplatz-, Zeit- oder Perspektivwechsel stattfinden, ohne dass ein neues Kapitel beginnt. Dieser Übergang heißt Szenentrenner – und er wird im Manuskript auf eine ganz bestimmte Art gesetzt.
Drücke nach dem letzten Satz der Szene einmal Enter. Diese Zeile bleibt leer.
Tippe * * * (oder das Zeichen deiner Wahl) in die neue Zeile. Dann zentriere die Zeile mit Strg + E (Windows) bzw. ⌘ + E (Mac).
Drücke erneut Enter für eine leere Zeile nach dem Trenner. Dann beginne die neue Szene – der erste Absatz bekommt keinen Einzug (wie beim Kapitelanfang).
Ein Szenentrenner, der allein am Seitenanfang steht, ist für das Lektorat unsichtbar. Genau deshalb ist eine reine Leerzeile als Trenner problematisch: Fällt sie auf einen Seitenumbruch, verschwindet der Wechsel komplett. * * * oder # sind sichtbar – egal wo sie landen.
Entscheide dich für eine Form des Szenentrenners und halte sie im gesamten Manuskript durch. Unterschiedliche Trennzeichen in einem Dokument wirken unprofessionell und können beim Lektorat als Fehler gewertet werden.
Die häufigsten Fehler vermeiden
Diese Stolperstellen begegnen mir immer wieder – und sie sind leicht zu vermeiden, wenn du weißt, worauf du achten musst.
Ein sehr häufiger Fehler: Viele Autorinnen und Autoren drücken zweimal Enter, um Absätze zu trennen. Das zerstört die Normseite, weil zusätzliche Leerzeilen den Seitenumbruch verschieben. Nutze immer nur einen Absatz – der Einzug in der nächsten Zeile zeigt den Absatzwechsel an.
Drücke kein Tab und setze keine manuellen Leerzeichen am Absatzbeginn. Der Einzug ist bereits durch das Format Fließtext definiert. Manuelle Einzüge erzeugen unsaubere, inkonsistente Abstände.
Markiere nie den gesamten Text und ändere Schriftgröße oder -art manuell. Wenn das Format nicht stimmt, klicke in den Absatz und wende die richtige Formatvorlage erneut an. Direkte Formatierungen überschreiben die Vorlageneinstellungen und sind schwer rückgängig zu machen.
Neue Kapitel beginnen mit einem Seitenumbruch – aber bitte nicht durch viele leere Zeilen. Setze einen echten Seitenumbruch mit Strg + Enter. Dann beginnt das nächste Kapitel sauber auf der nächsten Seite, egal wie lang das vorherige war.
Speichern & Einreichen
Bevor du dein Manuskript einreichst oder weitergibst, prüfe noch einmal diese Punkte:
- Das Dokument ist als .docx gespeichert (nicht .doc oder ein anderes Format).
- Alle Kapitel beginnen mit der Formatvorlage Kapitelüberschrift.
- Der gesamte Fließtext ist mit der Formatvorlage Fließtext formatiert.
- Es gibt keine Doppel-Leerzeilen zwischen Absätzen.
- Seitenumbrüche vor Kapiteln wurden mit Strg + Enter gesetzt.
- Eingefügter Text wurde als reiner Text eingefügt (keine fremden Formatierungen).
- Das Deckblatt enthält Namen, Kontaktdaten, Titel, Genre und Normseiten-Zahl.
- Anführungszeichen sind typografisch korrekt gesetzt („ " statt " ").
- Gedankenstriche sind echte Striche (–), keine Bindestriche (-).
- Szenentrenner sind einheitlich gesetzt (z. B. durchgehend * * *).
Die Anzahl deiner Normseiten ermittelst du so: Word zeigt die Zeichenanzahl unter Überprüfen → Wörter zählen. Nimm den Wert „Zeichen (mit Leerzeichen)" und teile ihn durch 1.800. Das Ergebnis ist deine Normseiten-Zahl.