Charakterentwicklung im Roman – Figuren erschaffen, die Leser berühren

KI-Prompts für Fantasyautoren: Dein Werkzeugkasten fürs Worldbuilding

Diese Sammlung an KI-Prompts ist dein kreatives Hilfsmittel für die frühe Planungs- und Ideenphase deines Fantasyromans. Sie ersetzt keine durchdachte Geschichte und keine sorgfältige Ausarbeitung deiner Welt – aber sie hilft dir beim Brainstorming, beim Entwerfen neuer Figuren, beim Aufspüren ungewöhnlicher Konflikte und beim Sammeln erster Impulse für deine Fantasywelt. Besonders wertvoll, wenn du noch am Anfang stehst oder frische Perspektiven suchst.

BEACHTE: Nutze die Prompts als Ausgangspunkt, nicht als fertige Lösung. Die eigentliche Geschichte entsteht erst durch deine eigene kreative Weiterentwicklung.

Diese Prompts funktionieren mit Claude, ChatGPT und allen anderen gängigen KI-Tools. Einfach kopieren, die markierten Platzhalter durch deine eigenen Inhalte ersetzen und loslegen.

Wichtig: Je konkreter und ehrlicher du die Platzhalter ausfüllst, desto besser wird der Output. Die KI kann nur so spezifisch antworten, wie du sie fütterst.

Charakterarbeit

Den überzeugenden Antagonisten erschaffen

Wenn dein Antagonist noch zu eindimensional ist – zu böse ohne Grund, zu vorhersehbar, oder eine Funktion des Plots statt einer echten Figur. Ein guter Antagonist glaubt, dass er im Recht ist. Dieser Prompt hilft dir, diese innere Logik aufzubauen und ihn dadurch wirklich bedrohlich zu machen.

Ich entwickle den Antagonisten meines Fantasyromans. Er soll kein Bösewicht sein, sondern eine Figur mit einer eigenen, nachvollziehbaren inneren Logik. Grunddaten: – Name: z.B. Lord Caeden – Äußere Rolle: z.B. Anführer der Ordenshüter, de-facto Herrscher – Was er konkret tut (die "böse" Handlung): z.B. er lässt alle Magiekundigen verhaften oder töten – Was er als sein Ziel versteht: z.B. die Welt vor einer Katastrophe zu bewahren, die nur er vorhersieht Entwickle für ihn: 1. Eine Überzeugung, die aus seiner Sicht vollkommen rational und moralisch vertretbar ist – keine Entschuldigung, sondern echte innere Logik 2. Ein konkretes Erlebnis aus seiner Vergangenheit, das diese Überzeugung geformt hat (kein Klischee – kein toter Vater als einziger Auslöser) 3. Den Moment in der Geschichte, in dem der Leser trotz allem fast verstehen kann, warum er so handelt 4. Einen Wert oder eine Tugend, die er aufrichtig lebt – auch Antagonisten dürfen in dem, was sie tun, integer sein

Worldbuilding

Alltagsdetails für eine lebendige Welt

Wenn deine Welt noch abstrakt oder zu sehr nach Lehrbuch klingt – wenn du sagst "es gibt Magie und Adel" statt es zeigst. Immersive Welten leben von kleinen, scheinbar unwichtigen Details, die der Leser spürt, ohne dass du sie erklärst.

Meine Fantasywelt soll sich anfühlen, als würde sie wirklich existieren – durch Details, nicht durch Erklärungen. Grundlagen meiner Welt: – Gesellschaftsstruktur: z.B. streng hierarchisch, Magiebegabte als unterdrückte Unterschicht – Vorherrschende Religion oder Weltanschauung: z.B. Verehrung der Toten als Wächter der Lebenden – Technologiestand: z.B. entspricht etwa dem europäischen Mittelalter, aber mit magiebasierten Werkzeugen – Ein zentrales gesellschaftliches Tabu oder eine kollektive Angst: z.B. bestimmte Wälder darf man nicht betreten / Fremde gelten als Unglücksboten Gib mir sieben alltägliche Details aus diesen Bereichen: · Rituale oder Gewohnheiten (was macht man morgens, beim Essen, beim Abschied?) · Redewendungen oder Flüche (was sagen Menschen, wenn sie erschreckt sind oder fluchen?) · Aberglaube (was bringt Unglück, was schützt?) · Typische Alltagsgegenstände (was trägt jeder bei sich?) Zeige für jedes Detail in einem Satz, wie ich es organisch in eine Szene einbauen kann – ohne es zu erklären.

Plot & Dramaturgie

Drei Wendepunkte entwickeln

Wenn deine Geschichte zu gradlinig verläuft, der Mittelteil zieht sich oder du nicht weißt, wie du die Spannung aufrechterhalten sollst. Wendepunkte verändern nicht nur die äußere Situation – sie verändern, was eine Figur über sich selbst oder die Welt glaubt.

Ich entwickle die Dramaturgie meines Fantasyromans und brauche Hilfe beim Aufbau wirkungsvoller Wendepunkte. Grundstruktur meiner Geschichte: – Protagonist und zentrales Ziel: z.B. Kael will beweisen, dass sein Vater kein Verräter war – Ausgangssituation: z.B. er wird aus der Hauptstadt verbannt und schließt sich einer Gruppe Outlaws an – Wo die Geschichte gerade steht: z.B. er hat erste Verbündete, aber noch keine konkreten Beweise – Was persönlich für ihn auf dem Spiel steht: z.B. seine Identität, die Familienehre, das Vertrauen der neuen Verbündeten – Verwendete Grundstruktur: z.B. Drei-Akt-Struktur / Heldenreise / noch offen Entwickle drei mögliche Wendepunkte für die Mitte der Geschichte: 1. Den erwartbaren – er erfüllt das Genre und befriedigt das Publikum 2. Den überraschenden – er dehnt das Genre, bleibt aber glaubwürdig 3. Den radikalen – er stellt alles in Frage, was der Leser zu wissen glaubt Für jeden Wendepunkt: Was verändert sich dadurch in der inneren Haltung des Protagonisten – nicht nur in der äußeren Situation?

Schreibhandwerk

Show, don't tell – Umformung und Training

Wenn du merkst, dass du Gefühle oder Zustände beschreibst statt sie zu zeigen. Oder wenn du "Show, don't tell" zwar kennst, aber noch nicht wirklich in dein Schreiben integriert hast. Dieser Prompt ist gleichzeitig Übung und konkretes Überarbeitungswerkzeug.

Ich möchte das Prinzip "Show, don't tell" gezielt üben und auf meinen eigenen Text anwenden. Mein Originalsatz oder meine Passage (mit Telling-Elementen): [Text hier einfügen – z.B.: "Sie war wütend. Er hatte sie schon wieder belogen." / "Die Stadt wirkte bedrohlich und verlassen."] Was ich zeigen möchte (das Gefühl oder der Zustand): z.B. Wut und Verrat / bedrohliche Stille / erschöpfte Entschlossenheit Kontext (Figur, Situation, Ton der Szene): z.B. Sie steht ihm nach einem Streit gegenüber, Ton ist kalt und kontrolliert / sie betritt die Ruinenstadt allein, kurz vor Dämmerung Schreibe drei Varianten, die ausschließlich durch folgende Mittel zeigen, was ich meine: – Körpersprache, Geste oder physische Reaktion – Sinneswahrnehmungen (Geräusch, Geruch, Textur, Temperatur) – Konkrete Handlung oder bewusstes Unterlassen – Umgebungsdetail, das die innere Stimmung spiegelt Keine Variante darf die Emotion direkt benennen oder ein direktes Synonym des Telling-Begriffs verwenden. Erkläre nach jeder Variante in einem Satz, welches Mittel sie hauptsächlich nutzt.

Selbstreflexion

Eine Schreibblockade lösen

Wenn du feststeckst und nicht weißt warum. Schreibblockaden haben fast immer eine konkrete, benennbare Ursache – sie sind selten nur Faulheit oder Angst. Dieser Prompt hilft dir, zwischen handwerklichen, emotionalen und strukturellen Blockaden zu unterscheiden und gezielt anzusetzen.

Ich stecke beim Schreiben fest und brauche Hilfe, die Ursache zu verstehen und einen konkreten ersten Schritt zu finden. Meine Situation: – Wo genau ich feststecke: z.B. ich komme nicht über Kapitel 3 hinaus / ich fange jeden Tag neu an, schreibe aber nichts Brauchbares / ich weiß was kommt, aber der erste Satz kommt nicht – Wie lange schon: z.B. seit zwei Wochen / seit dem letzten Feedback meiner Testleserin – Was ich bereits versucht habe: z.B. Schreibort wechseln, früher aufstehen, das Kapitel überspringen – hat nicht geholfen – Was in meinem Kopf passiert, wenn ich anfangen will: z.B. ich starre auf die leere Seite / ich fange an und lösche sofort wieder / nichts davon ist gut genug – Mein emotionaler Zustand rund ums Schreiben: z.B. erschöpft und gleichgültig / ängstlich, dass die Geschichte nicht gut genug ist / frustriert ohne klaren Grund Analysiere: Welche Art von Blockade liegt hier vor? · Handwerklich (strukturelles Problem im Text selbst) · Emotional (Angst, Perfektionismus, Schreiberschöpfung) · Dramaturgisch (die Geschichte hat ein ungelöstes Problem, das sich als Blockade tarnt) Gib mir für jede mögliche Ursache einen einzigen, konkreten ersten Schritt – so klein, dass ich ihn heute noch tun kann, auch wenn ich nur 20 Minuten Zeit habe.