Da bin ich wieder. Zurück aus meiner kleinen Sommerpause und immer noch beseelt von dem Eindrücken der letzten Wochen. Es war einfach nur magisch. Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze und diese Zeilen schreibe, überschlagen sich gerade ein wenig die Ideen in meinem Kopf.
Deswegen gibt es heute auch keinen klassischen Beitrag, der etwas erklärt oder einen Gedankenimpuls gibt, sondern schlicht und ergreifend eine kleine Geschichte. Ich dachte mir, zum Start in die neue Schreibsaison erzähle ich dir mal ein wenig über mich, mein kleines Atelier und wie es zu all dem gekommen ist. Doch keine Sorge, ich möchte dich nicht mit einer ellenlangen Erzählung über meinen Werdegang langweilen. Vielmehr soll es ein kleiner Blick ins Innere meines Ateliers sein. Sozusagen ein kurzes spähen durchs Schlüsselloch.
Ein heiliger Ort
Wahrscheinlich kennst du das, es gibt da diesen einen Ort, der magisch ist und der einem im Laufe der Zeit auch heilig wird. Und genau so ein Ort ist mein Atelier für mich. Hier entstehen allerdings nicht nur Wortwelten, sondern auch Bilder, die Geschichten in sich tragen.
Solange ich denken kann, habe ich schon Geschichten erzählt. Und das war es auch, was mich schon damals von den anderen Kindern unterschieden hatte. Ich war ein kleines Mädchen mit einer unerschöpflichen Fantasie, die oft belächelt wurde. Überall begegneten mir Abenteuer und Geschichten. So konnte ich zum Beispiel stundenlang alleine bei meiner Schaukel spielen und die wildesten Abenteuer bestehen. Es waren Geschichten, die tief in mir verborgen waren oder dort oben, an diesem magischen Ort, ein Zuhause fanden.
Jedes Mal, wenn ich unter dem kleinen Rosenbogen hindurch schritt, betrat ich eine andere Welt. Meine Welt, in der Worte plötzlich Gewicht hatten. Sogar, als ich noch gar nicht schreiben konnte. Meine Mutter musste immer die Geschichten in meinem Kopf auf Papier bringen und ich habe kurzerhand noch die passenden Bilder dazu gemalt. So wurde dieses kleine rote Notizbuch zu meiner ersten Geschichtensammlung. Leider ist dieses Buch irgendwann verloren gegangen, was ich bis heute sehr bedauere. Rückblickend wäre es heutzutage ein großer Schatz an Inspiration und Motivation. Kurz, es war ein Ausdruck meiner kindlichen Kreativität.
Neue Welten
Schreiben wurde über die Jahre zu etwas, dass absolut selbstverständlich war. Es wurde mit einem Mal zu etwas, das ich nicht mehr als besonders angesehen hatte. Und so schlich sich das Schreiben eines Tages davon und machte Platz für neue Formen des Geschichtenerzählers. Ich entdeckte die Fotografie für mich und als ich die wundervollen Bilder von Annie Leibovitz, insbesondere ihr Vanity Fair Spezialheft „Killers Kill, Dead Men Die“ (welches ich bis heute wie meinen Augapfel hüte), öffnete sich mir eine völlig neue Welt des Storytellings wie man heutzutage so schön sagt. So etwas wollte ich auch können und ich setzte alle Hebel in Bewegung, um es zu lernen und selbst umzusetzen.
In meiner kleinen Dachgeschoss Wohnung bastelte ich an den ersten Requisiten, Kostümen und Konzepten. Ich wollte Welten erschaffen und sie mit den Menschen teilen. Einige dieser Werke habe ich unter meinem Künstlernamen MagicTales veröffentlicht, andere habe ich nur für mich gemacht, als eine Art Therapie auf meinem Weg zu meinem wahren schreibenden Selbst.
Doch auch das wurde irgendwann zu einer Selbstverständlichkeit und mit der Zeit hatte meine Kreativität wohl von dieser Selbstgefälligkeit die Nase voll und machte Urlaub. Und zwar für eine sehr lange Zeit.
Der schwere Weg zurück
Es war eine Zeit, über die ich nicht gerne spreche. Vieles in meinem Leben war im Umbruch und das, worauf ich mich immer verlassen konnte, war plötzlich verschwunden. Für mich brach eine kleine Welt zusammen und ich fing ernsthaft an mich zu fragen, wie sollte es weitergehen? Die Kreativität und alles was mit ihr zu tun hatte, einfach aufgeben und neu anfangen? Aber konnte ich das überhaupt? Schließlich hatte ich mich ein Leben lang genau darüber definiert.
Du kannst es dir sicher denken, wie meine Antwort darauf ausfiel. Ich habe nicht aufgegeben, stattdessen habe ich die Ärmel hochgekrempelt und einen Neuanfang gewagt. Und da war ich nun, in meinem neuen Zuhause und mit diesem noch leeren Zimmer, das mir zuflüsterte „Finde hier dein Zuhause“. Zuerst habe ich nicht so ganz verstanden, was das heißen sollte. Ich war ja schließlich zu Hause oder etwa nicht?
Beim Ausräumen der Kartons fiel mir ein altes Notizbuch in die Hände. Ich blätterte es durch und stieß auf einen Eintrag, der mich innehalten ließ.
„Ich wünsche mir ein eigenes Atelier, in dem ich meine Kreativität ausleben kann.“
Ein Satz, der mich bis tief ins Mark erschüttert hat und plötzlich wusste ich, was mir meine innere Stimme versucht hatte zu sagen. Der leere Raum, er sollte zu meinem wahren Zuhause werden. Zu meinem Atelier, in dem nicht nur Worte zu Magie werden konnten, sondern auch all die anderen Ideen und Geschichten ein Zuhause fanden, bis sie bereit waren, in die große weite Welt entlassen zu werden.
Ein Ort des Schaffens
In diesem einen wundervollen Raum ist einfach alles vereint, was mich als kreativer Mensch ausmacht. Sie enthält meine Bibliothek des Wissens, meine Werkbank der Schöpfung und die Seele meines Schaffens.
Es wurde zu meinem Sehnsuchtsort, wenn ich Ruhe brauchte oder mich vor der Welt verstecken wollte. Es ist der Raum, in dem ich auch einfach nur stillsitzen kann und in mich hinein lausche. Auf die Worte wartend, die geschrieben werden wollen. Oder die Ideen, die leise und noch etwas Schüchtern an mein Bewusstsein klopften.
Vielleicht kannst du dir schon denken, welche Idee, einst an meine Tür geklopft hat. Richtig, es war die Idee meines SchreibAteliers, dass du nun zu jeder Tages- und Nachtzeit betreten kannst. Das dich dazu inspirieren soll, deine eigenen Welten zu finden und zu entdecken. Ich habe lange nach so einen Ort gesucht und ihn gefunden und genau das, wünsche ich mir auch für dich. Einen Ort, der dich beflügelt und deinen Träumen Flügel verleiht, damit sie lernen zu fliegen. Meine Träume haben Flügel bekommen und das habe ich diesem kleinen magischen Ort zu verdanken, der mir so viel mehr gegeben hat, als nur ein bloßes Zuhause.