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Gedankenimpuls: Selbstzweifel beim Schreiben. Wenn die innere Stimme lauter wird als deine Geschichte

Selbstzweifel beim Schreiben: Wenn die innere Stimme lauter wird als die Geschichte

Es gibt diesen Moment. Du sitzt vor deinem Text, die Cursor blinkt, und plötzlich meldet sich eine Stimme in dir, die fragt: Wer bist du eigentlich, dass du glaubst, diese Geschichte erzählen zu dürfen?

Vielleicht kommt dir das bekannt vor. Mir kommt das auf jeden Fall bekannt vor. Und ich erlebe es immer wieder. Ob ich will oder nicht

Die Stimme, die immer zur falschen Zeit kommt

Selbstzweifel melden sich selten, wenn du gerade voller Energie bist. Sie kommen dann, wenn du müde bist. Wenn ein Kapitel nicht so fließt, wie du es dir vorgestellt hast. Wenn du eine Seite liest, die jemand anderes geschrieben hat, und denkst „So gut werde ich nie sein“.

Doch nach Jahren des immer wieder Zweifelns und Harrens habe ich gelernt, dass diese Stimme kein Zeichen dafür ist, dass etwas falsch läuft. Sie ist eher ein Zeichen dafür, dass dir etwas wichtig ist. Man zweifelt nicht an Dingen, die einem egal sind. Es sind die wichtigen Dinge, die einen Zweifeln lassen. So wie das Arbeiten an deinen Text. Und ja, es macht es nicht leichter. Aber es macht es leichter zu ertragen.

Was Selbstzweifel eigentlich sind

Anders ausgedrückt: Selbstzweifel sind kein Urteil über deinen Text. Sie sind ein Gefühl, das aufkommt, sich verfinstert und die hadern lässt. So wie ein Sommergewitter. Es regnet, stürmt und blitzt, doch die Landschaft bleibt wie sie ist.

Ich glaube, wir machen oft den Fehler, Selbstzweifel als Wahrheit zu behandeln. Als wären sie eine objektive Einschätzung unseres Talents. Dabei sind sie nur ein Gefühl unter vielen, das gerade lauter ist als der Rest. Die Frage ist nicht, wie du die Stimme zum Schweigen bringst. Die Frage ist, ob du trotzdem weiterschreibst, während sie spricht.

Was mir hilft, wenn die Stimme laut wird

Ich persönlich schreibe dann oft trotzdem oder gerade deswegen. Nicht, weil der Zweifel verschwunden wäre, sondern weil ich gelernt habe, dass er nicht das letzte Wort haben muss. Manchmal schreibe ich einen einzigen Satz. Manchmal ist es ein richtig schlechter Satz. Aber er existiert und das reicht an manchen Tagen schon aus, denn er bringt mich am Ende des Tages doch einen Schritt weiter.

Was mir außerdem hilft, ist mich daran zu erinnern, dass jeder Text, den ich bewundere, irgendwann auch nur ein erster, unfertiger Entwurf war. Niemand schreibt fehlerfrei ins Leere. Schön wäre es, aber das ist nur ein wunderschöner Irrglaube. Eine Fantasie, die sich hartnäckig in unseren Köpfen hält.

Doch jede Geschichte, die dich je berührt hat, ist durch Zweifel hindurch entstanden, nicht ohne ihn.

Zusammengefasst bedeutet das: Der Zweifel und die Geschichte können gleichzeitig da sein. Du musst nicht auf das Verschwinden des einen warten, um mit dem anderen weiterzumachen.

Das Wichtigste: Du bist nicht allein damit

Wenn du gerade an einem Punkt bist, an dem die innere Stimme lauter ist als deine Geschichte, dann möchte ich dir sagen: Das gehört dazu. Nicht als Trost, der die Sache klein reden soll, sondern als Wahrheit. Selbstzweifel sind kein Beweis dafür, dass du auf dem falschen Weg bist. Sie sind oft nur ein Beweis dafür, dass du auf einem Weg bist, der dir etwas bedeutet und der sich lohn, ihn zu gehen.

Also, wenn du heute vor deinem Text sitzt und die Stimme sich meldet: Lass sie ruhig sprechen. Und schreibe den nächsten Satz trotzdem.

Und nun lass deine Worte fliegen und webe mit ihnen die Magie deiner Geschichte.

Bis zum nächsten Mal im 

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