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Inquits – Oder die Sache mit den Redebegleitwörtern

Inquits oder die Sache mit den Redebegleitwörtern

Jeder kennt sie, jeder nutzt sie: die sogenannten Inquits – oder auf Deutsch Redebegleitwörter. Sie helfen uns dabei, dem Leser zu zeigen, wer gerade spricht und wie etwas gesagt wird. Wird geflüstert oder geschrien? Klingt die Figur genervt, wütend oder ruhig?

Der Begriff „Inquit“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „er sagte“. Das Prinzip dahinter ist also schnell verstanden. Ob wir allerdings jedes Mal den Namen der sprechenden Person nennen oder einfach „er“ oder „sie“ verwenden, hängt stark von der jeweiligen Szene ab – und davon, wie klar der Dialog bereits ist.

Echte, unechte und „verkleidete“ Inquits

Spannend wird es, wenn wir genauer hinschauen. Denn nicht alles, was wie ein Inquit aussieht, ist auch wirklich eines.

Echte Inquits sind alle Verben, die tatsächlich etwas mit Sprechen zu tun haben. Also zum Beispiel:
erwidern, sagen, antworten, rufen, schreien, flüstern.

Dann gibt es die unechten Inquits. Und die schleichen sich gerne ein. Das sind Formulierungen, die zwar oft verwendet werden, streng genommen aber keinen gesprochenen Satz ausdrücken:

„Ich liebe dich“, lächelte sie.

Klingt erstmal völlig normal. Aber wenn wir ehrlich sind: Einen Satz kann man nicht lächeln, nur sprechen.

Ähnlich verhält es sich mit Formulierungen wie:

„Wenn er meint, er muss das tun, dann bitte“, zuckte er mit den Schultern.

Habt ihr schon mal Schultern sprechen hören? Also ich nicht.

Muss man Inquits überhaupt verwenden?

Ich persönlich versuche, so oft wie möglich auf Inquits zu verzichten und den Dialog für sich sprechen zu lassen. Wenn die Szene gut aufgebaut ist, wissen Leser auch so, wer gerade spricht.

Zum Beispiel:

„Du kommst zu spät.“
„Nur fünf Minuten.“
„Das hast du gestern auch gesagt.“

Hier funktioniert der Dialog ganz ohne Begleitsätze. Wichtig ist aber: Das ist kein Gesetz. Inquits sind nicht grundsätzlich schlecht. Gerade einfache Varianten wie „sagte er“ oder „fragte sie“ fallen beim Lesen kaum auf und stören den Lesefluss in der Regel nicht.

„Show, don’t tell“ im Dialog

Oft gibt es elegantere Möglichkeiten als ein klassisches Inquit – nämlich kleine Handlungen:

„Ich gehe jetzt.“ Sie griff nach ihrer Jacke.

Wir wissen auch ohne „sagte sie“, wer spricht und bekommen gleichzeitig eine zusätzliche Information.

Alternativen zu „sagte“ und „fragte“

Natürlich müsst ihr nicht immer nur „sagte“ verwenden (auch wenn es oft die unauffälligste Lösung ist). Es gibt viele Alternativen, die je nach Situation gut funktionieren, zum Beispiel:

erwidern, antworten, meinen, entgegnen, kontern, beharren, nachhaken, flüstern, brüllen, rufen, versprechen, beteuern, murmeln, nuscheln.

Wichtig ist dabei: Setzt sie bewusst ein und nicht inflationär.

Vorsicht bei bestimmten Verben

Es gibt außerdem Wörter, die häufig wie Inquits verwendet werden, aber eigentlich keine sind. Wie zum Beispiel: brummen, knurren, fauchen, zischen

Sie können funktionieren, wenn ihr die Art des Sprechens besonders betonen wollt. Sie sollten aber sparsam eingesetzt werden. Und dann gibt es Verben, die gar nichts mit Sprechen zu tun haben, wie: lachen, seufzen, schnauben, kichern, schluchzen

Diese solltet ihr nicht allein als Inquit verwenden, sondern höchstens in Kombination:

„Das ist nicht dein Ernst“, sagte er lachend.

Auch hier gilt: Je länger der gesprochene Satz, desto holpriger wirkt die Konstruktion.

Fazit

Inquits sind ein hilfreiches Werkzeug, aber wie bei allem im Schreiben kommt es auf die Dosierung an. Manchmal sind sie nötig, manchmal überflüssig, und manchmal gibt es bessere Alternativen. Die besten Dialoge entstehen oft dann, wenn wir am Anfang klar machen, wer spricht und uns danach ein Stück weit zurücknehmen, damit die Figuren selbst wirken können.

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Und nun lass deine Worte fliegen und webe mit ihnen die Magie deiner Geschichte.

Bis zum nächsten Mal im 

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Sara-Isabell

Ich habe mein Leben und Werk der Kreativität, Inspiration und Motivation verschrieben. Drei Werte, die sich im Laufe meiner kreativen Reise immer deutlicher gezeigt haben.

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